Verschiedene Materialien richtig Schleifen - Abbildung eines Schleifgeräts auf Holz

Allgemein Ratgeber  25.06.2021  |  Raphael Schönberger

Verschiedene Materialien richtig Schleifen – unser Ratgeber

Beim Schleifen wird das Material abgekratzt oder weggedrückt. Das funktioniert mit verschiedenen Schleifmitteln, per Hand oder mit der Maschine. Dort, wo hohe Anforderungen an eine gute Oberflächenqualität bestehen, kommt die Schleifbearbeitung zum Einsatz. Dies geschieht öfter, als man im ersten Augenblick vielleicht denkt. Durch das Abschleifen von Oberflächen können Sie alte Farben, Lacke oder bei Metallen sogar Rost entfernen und die Materialien dadurch wieder aufwerten.

Hierbei ist es sehr wichtig, die Sicherheitsmaßnahmen zu beachten. Am besten tragen Sie immer einen Mundschutz und eine Schutzbrille beim Schleifen. Bei größeren Projekten und beim Bearbeiten von Metall ist es außerdem von Vorteil einen Gehörschutz und Arbeitshandschuhe zu tragen.

Welches Schleifgerät eignet sich für welche Anwendung?

Fallen kleinere Arbeiten an, kann man diese meist problemlos mit einem Schleifklotz – für Flächen und Kanten – oder Schleifschwamm – für Profile und gewölbtes Holz – bearbeiten.

Manchmal reicht aber die manuelle Kraft nicht aus. Fällt das Projekt größer aus, ist es sinnvoll, sich einen Akku- oder Elektroschleifer anzuschaffen. Daher führen wir hier die wichtigsten Schleifgeräte kurz auf.

Schleifgerät Erklärung
Winkelschleifer Wird umgangssprachlich auch Flex oder Handschleifer genannt und vor allem in der Metallbearbeitung verwendet. Hiermit ist es möglich das Metall zu schleifen, entgraten oder es zu durchtrennen. Geeignet, wenn Sie möglichst schnell viel Material bei Metall abtragen möchten. Mit dem richtigen Aufsatz kann allerdings auch Holz bearbeitet werden.
Bandschleifer Bestens geeignet für das Schleifen von großen Flächen. Um Kuhlen beim Schleifen zu vermeiden, gibt es entsprechende Schleifrahmen, welche an den Bandschleifer angebracht werden. Hiermit kann dann die Schleiftiefe begrenzt werden.
Deltaschleifer Für das präzise Arbeiten bei kleineren Flächen oder Werkstücken, verwenden Sie am besten einen Deltaschleifer. Aufgrund der Schleifscheibe in dreieckiger Form, können mit dem Deltaschleifer schlecht erreichbare Stellen problemlos geschliffen werden.
Exzenterschleifer Dieses Gerät kommt bei ebenen oder gewölbten Flächen zum Einsatz – egal ob für Grob- oder Feinschliff. Der Exzenterschleifer ist für fast alle Materialien und Formen geeignet. Durch eine rotierende Schleifplatte ist der Abtrieb sehr hoch.
Rotationsschleifer Der Teller des Rotationsschleifers direkt mit dem Werkzeugmotor verbunden. Dadurch erhält dieser die volle Leistung. Besonders wirtschaftlich für den Einsatz auf großen Flächen, da die Maschine auf hohen Materialabtrag und schnellen Arbeitsfortschritt ausgelegt ist.
Schwingschleifer Eignet sich am besten für Oberflächenschleifen wie das Entfernen von Farb- oder Lackschichten. Der Schwingschleifer ist ideal nutzbar bei großen Schleifarbeiten, auch lassen sich Ecken und Kanten durch die rechteckige Schleifplatte gut bearbeiten.
Multischleifer Hierbei handelt es sich um den Alleskönner unter den Schleifgeräten. Er lässt sich durch die verschiedenen Aufsätze in vielen Bereichen nutzen. Durch die unterschiedlich geformten Schleifmittel können Ecken, Kanten und kleinere Flächen problemlos bearbeitet werden.
Geradschleifer Besonders häufig kommt der Geradschleifer in metallverarbeitenden Betrieben zum Einsatz. Das Gerät ist mit einer ergonomischen, langen und schlanken Schleifspindel ausgestattet und eignet sich daher für den Einsatz an schwer zugänglichen Stellen.
Betonschleifer Perfekt für die Bearbeitung von großen Mauerflächen, Decken oder Böden aus Beton. Kann dank der hohen Leistung und den Aufsätzen wie zum Beispiel Stahlbürsten oder Diamantschleifteller auch zum Schleifen von harten Materialien wie Estrich, Beton oder Granit verwendet werden.

Welches Schleifblatt für welche Anwendung?

Entscheidend ist zunächst Ihr zu bearbeitendes Material und die einzusetzende Maschine.
Im Allgemeinen gilt: Je größer die Körnungszahl ist, desto feiner das Schleifbild und desto kleiner ist der Abtrag. Bei einer groben Körnung sind die Körner eher unregelmäßig und grobflächig verteilt. Das Ergebnis wird dadurch weniger fein, es lässt sich allerdings mehr Material abtragen.

Mit der Körnung wird generell angegeben, wie grob bzw. fein das Schleifpapier ist.

Körnung Erklärung Anwendung
6 bis 30 grob Eignet sich zur Entfernung von Farbe, Lack oder Kleberesten
36 bis 100 mittel In Form bringen von Holz
120 bis 220 fein Feinschliff für verschiedene Arbeiten
240 bis 1000 sehr fein Nachschliff von gebeizten, grundierten, gewässerten oder lackierten Werkstoffen

Wie schleife ich Holz richtig ab?

  1. Grobschliff

Je nach Oberflächenbeschaffenheit und Arbeitsgang verwenden Sie das geeignete Schleifmittel mit entsprechender Körnung. Meist wird hier ein Schleifpapier mit einer Körnung von etwa 20 bis 30 verwendet. Achten Sie aber darauf, dass das Schleifpapier nicht zu grob ist, da sonst beim Grobschliff bereits zu viel Material abgetragen wird.

Nach dem Grobschliff soll das Holz leicht angefeuchtet werden, da sich beim Trocknen die Holzfasern aufstellen. Diese werden dann beim anschließenden Schliff geebnet.

  1. Zwischenschliff

Für den Zwischenschliff verwenden Sie ein Schleifmittel mit einer Körnung von 80 bis 150. Hier ist es wichtig, möglichst gleichmäßig zu arbeiten, damit an allen Stellen etwa die gleiche Menge Material abgetragen wird. Entstehende Fehler lassen sich mit einem erneuten Zwischenschliff beheben.

  1. Feinschliff

Am besten verwenden Sie für den Endschliff bzw. Feinschliff ein Schleifmittel mit der Körnung 180 bis 240. Hier ist Fingerspitzengefühl und besondere Sorgfalt gefragt. Mit diesem Schritt erhält das Material seine Glätte wieder.

  • Im Anschluss sollte das Material noch nachbehandelt werden. Es bleibt Ihnen überlassen, zu welchem Mittel Sie hier greifen – z.B. Lacke oder Öle.

Wie schleife ich Möbel richtig ab?

Kleine Schäden an der Oberfläche, verblichene Farben oder abgeplatzte Lacke: bei diesen Gründen ist es sinnvoll, das Möbelstück abzuschleifen.

Vorab ist es wichtig, sämtliche Beschläge und Griffe von Tischen, Regalen oder Schränken zu entfernen. Danach können Sie mit dem Befreien von Lacken und dem Ausbessern von Beschädigungen loslegen.

Dann gehen Sie wie bereits oben erwähnt vor: Grobschliff, Mittelschliff und Feinschliff.

Größere Oberflächen können mit dem Bandschleifer – oder mit einem Schleifpapier per Hand – bearbeitet werden, wichtig hierbei: immer in Längsrichtung abschleifen.

Verschiedene Materialien richtig Schleifen - Anwendungsbild schleifen von Möbeln mit einer Schleifmaschine

Wie schleife ich Metall richtig ab?

Ziel beim Schleifen von Metall ist es, eine glatte Oberfläche zu erhalten und den entstandenen Rost zu entfernen.

Hier wird prinzipiell immer von einer groben Körnung hin zu einer feinen Körnung geschliffen – bis keine Kratzer, Rostflecken oder Defekte mehr zu sehen sind.

Für das Arbeiten mit Metall eignen sich am besten Winkelschleifer oder Exzenterschleifer. Auch ein Multifunktionsschleifer mit verschiedenen Aufsätzen kann für die Metallbearbeitung unterschiedlicher Flächen und Formen verwendet werden.

Nicht jedes Schleifmittel ist für jede Metallschleifarbeiten geeignet. In den meisten Fällen gibt es aber die einzelnen Zubehör-Artikel, also beispielsweise Fiberscheiben oder Fächerschleifscheiben in verschiedenen Ausführungen, welche dann für unterschiedliche Materialien geeignet sind. (Fächerschleifscheibe für Aluminium, Fächerschleifscheibe für Werkzeugstahl,…)

Für Hartmetall allerdings empfehlen wir, mit einer Diamantschleifscheibe zu arbeiten.

Für ein perfektes Ergebnis können Sie das Material dann nach dem Abschleifen noch polieren. Hierfür eignet sich am besten ein Polierfilz oder -schwamm.

Wie schleife ich Lack / Farbe richtig ab?

Am besten verwenden Sie hier zuerst einen Schaber oder Spachtel, mit dem alte Farbe, Lacke oder andere Rückstände entfernt werden können. Im Anschluss eignet sich ein Schleifpapier und eine Schleifmaschine sehr gut. Achten Sie bei der Wahl des Schleifpapiers auf die Festigkeit des zu bearbeitenden Materials.

Generell eignet sich für das Entfernen hartnäckigen Lack- oder Farbresten – sobald Lack oder der Farbreste gleichmäßig von der Oberfläche entfernt wurden – der Exzenterschleifer sehr gut. Er besitzt eine hohe Abtragleistung und beschert somit eine saubere Oberfläche, welche danach wieder problemlos lackiert werden kann.

Achten Sie bei allen Schleifarbeiten auf den Arbeitsschutz!

Das Schleifmittel-Sortiment bei Reidl

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